Die Walpurgisnacht (oder "Hexenbrennen"?)

Wairua Praxis Bäume voll von Lichtern
Bild oben: Bäume voll von Lichtern

Maieinsingen, Maifeuer und Tanz in den Mai

 

In der Nacht vom 30. April zum 1. Mai eines Jahres ist in weit verbreitetem Volksglauben die hohe Zeit der Hexen und Anderswesen. So glauben es heute zumindest immer noch viele Menschen. Der Name stammt von der heiligen Walburga (Äbtissin aus England, katholische Kirche) deren Gedenktag in frühen Zeiten an ihrer Heiligsprechung am 1. Mai gefeiert wurde (heute am 25. Februar, ihrem Todestag).

 

In moderneren, spirituellen Kreisen geht es heute in der Walpurgisnacht um Freude und Lebenskraft. Traditionell ist es die Nacht, in der Hexen und Anderswesen an erhöhten Orten wie dem Blocksberg (einem Brocken im Harz, Mittelgebirge in Deutschland) feiern und zaubern. Diese Vorstellung entstammt der Literatur des 15. und 16. Jahrhunderts ("Hexensabbat" oder "Teufelstanz", Glaube der frühen Neuzeit). 

 

Der erste Mai bildete jedoch anscheinend bereits immer ein wichtiges Datum, war er früher doch auch ein Gedenktag der Apostel Philippus und Jacobus. Somit sind einerseits die institutionelle Kirche wie auch heidnische und volkstümliche Bräuche an dieses Datum gebunden. Walpurgisriten leben noch heute in den verschiedensten Kulturkreisen und Gruppierungen fort und werden immer noch zelebriert.

Lust, Geschlechtsverkehr und das Hexentum (wie Heidentum) bilden im Volk, von der institutionellen Kirche in Frühzeiten als Gegner unterstützt, die Feinde einer sittlichen Gemeinschaft. Deswegen wurden in vergangenen Zeiten ganz ernsthaft und heute eher der Tradition halber verschiedene Bräuche ins Leben gerufen, um sich selbst und die Gemeinschaf zu schützen. Diese Schutzrituale, auch Walpurgisriten genannt, leben noch heute in einigen bäuerlichen Maibräuchen fort.

 

Es war im Volk zum Beispiel Brauchtum, Haus und Hof zu schützen. Dies tat man durch Räucherungen mit Räucherwerk, dem Auslegen von Besen und dem Aufstellen von Maibäumen im Dorf. Der Maibaum hat dabei noch zusätzliche, eigene Bedeutungen, und ist einerseits ein Sinnbild der Fruchtbarkeit und andererseits stellt er auch den heiligen Weltenbaum (Volksmythologie) dar. Das Tanzen um den Baum und weitere, rituelle Liebesakte symbolisierten und unterstützten nach dem damaligen Glauben die Fruchtbarkeit. Auch die beliebten Walpurgisfeuer (Maifeuer) haben ihre ganz eigene Symbolik. Zwischen zwei solchen Feuern durchzulaufen soll zum Beispiel reinigend und schützend wirken. Ebenso soll es böse Geister vertreiben und somit ein Mittel gegen die in der Gesellschaft als negativ stigmatisieren Hexen und Anderswesen helfen.

 

Es gibt viele weitere Bräuche (wie Singen und spezielle Getränke) sowie Glauben und Verwendungen der Nacht vom 30. April zum 1. Mai eines Jahres. So können wir auch ganz anstelle der Norm, unsere eigenen Erfahrungen machen und diese Zeit für eine gedankliche und meditative Einkehr nutzen. Wenn wir uns in Ruhe und Wohlgefühl Zeit nehmen, um vielleicht mit Kerzen, einem gemütlichen Feuer und einer erheiternden Räucherung die Augen zu schliessen, was spüren und sehen wir? Was will uns der Ruf der Weltenseele vielleicht mitteilen? Finden wir neue Denkanstösse und Inspirationen? Wenn wir rezeptiv sind dann lassen Antworten nicht lange auf sich warten.Nutzen wir solche Feste und Bräuche doch dafür, uns ein Stück weit mehr und näher kennen zu lernen und in Liebe einen Schritt weiter zu kommen auf unserem Lebensweg - vielleicht auch mit ein paar guten Geistern, Anderswesen und Ahnen aus vergangenen Zeiten.

 

Denn nicht alles was wir nicht sehen oder greifen können ist schlecht - es gibt auch viel Gutes in und um unserer Welt. Auch Hexen sind nicht zwangsläufig böse, deswegen seien Sie offen dem gegenüber, was Sie vielleicht noch nicht kennen...

 

Herzliche Grüsse und bis ganz bald

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